Rechtsgebiete

Erbrecht
Das Erbrecht regelt, was nach einem Todesfall mit dem Nachlass des Verstorbenen geschieht. Dazu gehört auch, die Vermögensverhältnisse im Letzten Willen zu ordnen. Dass nur etwa 30 % unserer Bevölkerung ein Testament hinterlässt, liegt nicht nur an der Scheu, sich mit dem Lebensende zu befassen, sondern vielfach auch an der fehlenden Kenntnis der erbrechtlichen Vorschriften und Zusammenhänge sowie an man-
gelnder Anregung zur Ausgestaltung letztwilliger Verfügungen und/oder Erbverträge.

Die Notwendigkeit anwaltlicher Tätigkeit ist nicht zu unterschätzen, da das Erbrecht schon zu Lebzeiten eine Vielzahl von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten auch zur Vorsorge und in steuerlicher Hinsicht bietet. Die eigene spezielle Interessenlage ist zu bedenken und eine auf den Einzelfall zugeschnittene Lösung zu finden. Familienkonstellation, Alter des Erblassers, Art und Höhe des Vermögens, Schulden, spielen dabei eine Rolle.

Bei Unternehmern, z. B. in Industrie-, Gewerbe-, Handwerks-, Handelsbetrieben, von denen auch die Existenz von Mitarbeitern abhängt, ist zu klären, wie

die Interessen des Unternehmens als eigenes soziales Gefüge mit den Familieninteressen in Einklang zu bringen sind.

Erbrechtliche Regelungen, sei es durch Testament oder durch Erbvertrag, sollten grundsätzlich in regelmäßigen Abständen überprüft werden, um sie der jeweiligen Lebenssituation oder einer eventuell geänderten Gesetzeslage anzupassen.

Familienrecht
Ein Tätigkeitsschwerpunkt ist die Vertretung in allen Bereichen des Familienrechts. Das Familienrecht betrifft den höchstpersönlichen Bereich jedes Menschen: Die Beziehung zu den (Ehe)Partner/Innen, Eltern, Kindern, Enkelkindern, Familien Dritter. Es geht hier einerseits um materielle Anliegen, wie vermögensrechtliche Auseinandersetzungen, z. B. Zugewinnausgleich, Schulden, Versorgungsausgleich, Altersvorsorge, Unterhalt (Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt, Elternunterhalt), Steuer- und Haftungsfragen. Andererseits sind auch die immateriellen Belange berührt, die nicht in Geld aufzurechnen sind: Sorgerecht für gemeinsame Kinder, Umgangsrecht, Kindschaftsrecht, Betreuung von Familienangehörigen, Patientenverfügungen. Das Familienrecht umfasst eine Vielzahl von Beratungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Neben der Durchführung von Ehescheidungsverfahren berät und vertritt Rechtsanwältin Gebauer-Jipp bei der Durchsetzung sämtlicher Unterhaltsansprüche, vermögensrechtliche Ansprüche, bei Fragen zur elterlichen Sorge, des Umgangs mit den Kindern, der Verteilung von Hausrat sowie der Regelung der Rechte an der Ehewohnung, des ehelichen Hauses. Die Tätigkeit erstreckt sich auch auf die rechtliche Gestaltung von Eheverträgen und Partnerschafts-verträgen.

Verfahrensbeistand
Gerade in Kindschaftssachen – etwa bei Streitigkeiten über das Sorge- oder das Umgangsrecht – werden Konflikte nicht selten in gerichtlichen Verfahren ausgetragen. Kinder sind häufig die Opfer familiärer Konfliktsituationen.

Die Beteiligungs- und Mitwirkungsrechte des betroffenen minderjährigen Kindes werden durch das seit dem 01.09.2009 in Kraft getretene Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegen-heiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) noch weiter gestärkt. So kann sich zukünftig das über 14-jährige Kind zur Durchsetzung eigener Rechte selbst vertreten.

Der Verfahrensbeistand wird auch als „Anwalt/Anwältin des Kindes“ bezeichnet. Er nimmt ausschließlich die Interessen des Kindes wahr mit dem Ziel, dass dem Kind eine „Subjektstellung“ im gerichtlichen Verfahren zukommt.

Aufgaben:

  • Gespräche mit dem Kind, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, und u. U. Kennenlernen des Lebensumfeldes des Kindes, seiner Bezugspersonen.
  • Unterstützung des Kindes, seine Interessen, Wünsche und Vorstellungen herauszubilden und zum Ausdruck zu bringen, sofern es nach Alter und Entwicklungsstand hierzu in der Lage ist.
  • Differenzierte und umfassende Darstellung der Wünsche und Vorstellungen des Kindes vor Gericht.
  • Gestaltung des Verfahrens durch Teilnahme an Verhandlungen, Abgabe von Empfehlungen, Stellung von Anträgen (z. B. Beweisanträgen), Einlegung von Rechtsmitteln.
  • Begleitung des Kindes im Verfahren und jeweilige Informationen über Ergebnisse von Verhandlungen, Gespräche u.ä.
  • U.U. Vermittlung zwischen Kind, Eltern, Gericht und Behörden.

Oberstes Ziel des Verfahrensbeistandes ist es, das Kind als eigenständige Person mit seinen Grundrechten zu begreifen, seinen Willen und seine Gefühle ernst zu nehmen und sein kindliches Empfinden zu berücksichtigen. Unter Beachtung der emotionalen Betroffenheit des Kindes werden Lösungswege aus der Sicht des Kindes erarbeitet.

Dem Kind ist allerdings zu vermitteln, dass seine Wünsche und Vorstellungen einen hohen Stellenwert haben, dass aber letztlich die Entscheidung bei den Sorgeberechtigten bzw. beim Gericht liegt.