Mediation

In jedem Konflikt kommt ein Punkt, an dem keine Seite mehr für sich beanspruchen kann, Recht zu haben. (Nelson Mandela)

 

Konflikte gehören in allen Lebensbereichen zu uns. Sie sind meist das Ergebnis einer misslungenen Kommunikation. Entscheidend für den weiteren Umgang miteinander ist, ob und wie wir die im Kern des Konflikts liegenden Chancen nutzen. Das ist nicht immer einfach – oft ist Unterstützung von außen nötig. Mediation bietet sie.

Was ist Mediation?
Mediation bedeutet Vermittlung in Konflikten. Sie ist ein Verfahren zur kooperativen Konfliktlösung. Mit Unterstützung eines allparteilichen Vermittlers (des Mediators, der Mediatorin) klären die Konfliktparteien ihre Themen und erarbeiten eigenverantwortlich und selbstbestimmt eine Regelung oder Lösung ihres Konflikts. Sie bestimmen die Inhalte und entscheiden über sie. Das Verfahren ist ergebnisoffen und durchgehend freiwillig. Die Regelungen oder Lösungen können weit über das hinausgehen, was aufgrund von rechtlichen Auseinandersetzungen erreichbar wäre. Mediation ist keine Rechtsberatung und keine Therapie.

Rolle und Aufgabe des Mediators/der Mediatorin
Der/die Mediator/In steuert und strukturiert das Verfahren und organisiert die Kommunikation der Konfliktbeteiligten. Er/Sie befähigt und bestärkt sie, ihre eigenen Themen, Interessen, Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren und die des Anderen zu hören und zu verstehen. Auf dieser Grundlage können die Konfliktbeteiligten neue für die Zukunft tragfähige und für alle gewinnbringende Lösungen finden.

Welche Konflikte eignen sich für eine Mediation?
  • Paar-, Ehe- und Familienkonflikte
  • Erbangelegenheiten
  • Konflikte in der Wirtschafts- und der Arbeitswelt,bei Unternehmensnachfolge
  • Nachbarschaftskonflikte
  • Interkulturelle Konflikte
  • Konflikte im privaten Bauwesen
  • Mietkonflikte
  • Konflikte an Schulen, Universitäten
  • Täter/Opferausgleich u.v.m.
Ablauf des Mediationsverfahrens
Das Verfahren, an dem auch Rechtsanwälte, Gutachter o.ä.  teilnehmen können, ist klar strukturiert und erfolgt in sechs Schritten.
  • Einführungsgespräch und Auftragsklärung
  • Informations- und Themensammlung
  • Klärung der Interessen, Anliegen, Wünsche,Bedürfnisse
  • Kreative Ideensuche, Bildung von Lösungs-möglichkeiten auf der Basis der Interessen,Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse
  • Bewertung und Auswahl dieser Lösungs-möglichkeiten
  • Mediationsvereinbarung und bei Bedarf Mach-barkeitsprüfung (juristisch, wirtschaftlich, organisatorisch, technisch etc.)
Die Vorteile der Mediation auf einen Blick:
  • schnell
  • kostensparend
  • beziehungsschonend
  • vertraulich
  • imageschonend
  • für die Zukunft entlastend
  • kooperativ
  • ergebnisorientiert
Wie lange dauert eine Mediation?
Die Erfahrung zeigt, dass in der Paar- und Familienmediation ca. 5 Sitzungen (höchsten drei Stunden pro Sitzung) innerhalb von drei bis fünf Wochen ein guter Zeitrahmen sind. In der Wirtschaftsmediation ist oft ein Zeitrahmen von einem ganzen Tag, manchmal von zwei Tagen vorgesehen.

Leitbilder
Die Leitbilder der Mediation sind das sog. Harvard-Konzept und der Transformations-ansatz. Das Harvard-Konzept ist ein interessenorientiertes Verhandeln mit dem vorrangigen Ziel der Problemlösung. Es entfaltet sich in den Phasen 2 bis 5 des Verfahrensablaufes. Ergänzend und praxisbewährt stellt der Transformationsansatz den Menschen mit seiner Möglichkeit, für sich Veränderungen zu finden, noch entschiedener in den Mittelpunkt. Er zielt stärker als das Harvard-Konzept auf eine Steigerung der sozialen Kompetenz und auf die Entwicklung stabiler und dauerhafter Beziehungen.

Mediation – nur eine Modeerscheinung?
Die mediative Konfliktlösung findet ihre Ursprünge im alten China, in Japan, im antiken Griechenland, in Lateinamerika und in anderen spanischen Kulturen sowie bei den Stammesgesellschaften der heutigen „Dritten Welt“. Auch in der internationalen Diplomatie hat Mediation eine lange Tradition. Das vielleicht erste Beispiel in Deutschland ist der westfälische Frieden von 1648, der den dreißigjährigen Krieg beendete. Federführend war der Botschafter der Republik Venedig Aloysius Contareno. Er wird in einem zeitgenössischen Stich u.a. als „… Legatus, et Mediator …“ bezeichnet. Auch das Camp-David-Abkommen vom 17. September 1978 zwischen Israel und Ägypten kam durch Mediatoren zustande.